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Lesung mit Klezmermusik im Stift Geras: 09.12.2017

Der Jude von Schaffa
Dokumentarroman

Kaum jemand im Waldviertel weiß, dass nur drei Kilometer von Langau bei Geras entfernt ein alter, jüdischer Friedhof existiert, dessen Geheimnis umwobene Grabsteine die Geschichte der Juden von Schaffa, dem heutigen Šafov, widerspiegeln. Prior Andreas Brandtner vom Stift Geras entdeckte die verfallenen Stelen aus vergangenen Tagen, nachdem sie lange Zeit unbeachtet ihr Dasein fristeten.

Vierzig Jahre hindurch trennte der Eiserne Vorhang den Westen von diesem stillen „Haus der Ewigkeit“ im heutigen Tschechien. Über den unmenschlichen Todeswall und den malerischen Friedhof ist seither viel Gras gewachsen, im wahrsten Sinne des Wortes, und wenn nicht die Jugend beider Länder von Eurosola darum bemüht wäre, die wackeligen Steine mit den hebräischen und deutschen Schriftzeichen hin und wieder vom Unkraut zu befreien, hätte sich die Natur wohl längst ihrer bemächtigt.

Die Juden von Schaffa, zu denen auch die Vorfahren der PolitikerInnen Dr. Herta Firnberg, Dr. Bruno Kreisky und Dr. Johannes Hahn zählten, gibt es nicht mehr, denn schon die meisten, für die dieser geschichtsträchtige Ort in Mähren gezwungenermaßen zur Heimat wurde, mussten den abgelegenen Markt aus wirtschaftlichen Gründen wieder verlassen. Als ihnen durch die Franz Josephs- Bahn und die Nordwestbahn die Lebensgrundlage entzogen wurde, gab es keine Perspektive mehr für sie, denn der Handel, von dem sie lebten, entwickelte sich ab nun entlang der Schienenwege. Die Bewohner des Judenviertels von Schaffa wanderten ab, viele davon ins angrenzende Waldviertel, wo sie der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts empfing. Nur die Toten blieben. Das Buch handelt vom Aufstieg und Fall des Mordechei ben Abraham Diamant, dem Leben und den Gebräuchen der Juden, aber primär von den Waldviertler Zündstofflieferanten für die Verbrennungsöfen des Holocaust, dessen Brandstifter mit Waldviertler Wurzeln im 20. Jahrhundert allesamt ausrotten wollte. Doch wie man sieht, ist es ihm nicht gelungen!

Das Buch kann nach der Lesung erworben werden.

Die Lesung findet statt im Marmorsaal des Stiftes Geras. Begleitet wird sie von Klezmermusik der Gruppe LEJTSIM.

Stift Geras
Hauptstraße 1
2093 Geras

Lesung im Moorbad Harbach: 28.10.2017

Moorbadhotel Harbach
28. Oktober 2017
19 Uhr 30.

Leseproben aus
Der Glasveredler. Johann Joseph Mildner zu Gutenbrunn.

Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Derzeit entsteht „Der Glasveredler“

Dass der malerische Ort Gutenbrunn im südwestlichen Waldviertel einst den Hauch herrschaftlichen Flairs spüren sollte, geht nicht zuletzt auf den weltweit bekannten Glaskünstler Johann Joseph Mildner (1765 – 1808) zurück, dessen Sternstunden untrennbar mit dem Namen seines kunstverständigen Mäzens Joseph Edler von Fürnberg (1742 – 1799) verbunden waren. Wie in einem Koordinatensystem, in dem …

Die Saat der Befreier. Ein Leben als Russenkind im Waldviertel

Die Handlung des Romans, der im Waldviertler Hochland nahe dem Mühlviertel und unweit der tschechischen Grenze spielt, ist größtenteils fiktiv. Einleitung und Schlusswort basieren auf Tatsachen, die den historischen Kontext umrahmen. Obwohl viele Episoden von Begebenheiten inspiriert wurden, die durch Zeitzeugen belegt sind, ist jede Ähnlichkeit mit toten oder lebenden Personen unbeabsichtigt und wäre rein zufällig. Das Buch enthält jedoch Original- Fotografien, die …

Lesung in Arbesbach: 19.05.2015

Zum 70 Jahr-Jubiläum des Kriegsendes am 19.Mai 1945 las Ilse Krumpöck im Gasthaus Bauer in Arbesbach aus ihrem neuen Buch „Werwölfe im Waldviertel? Das Jahr 1945 im Granithochland“.

Neuer Lyrikband: VIELOSOVIEH. 50 Reime für erwachsene Kinder

65944d7929VIELOSOVIEH. 50 Reime für erwachsene Kinder
Verlag Berger, neu erschienen.

Der vorliegende Fortsetzungsband zu Pfeif drauf!!! wurde ebenfalls für Florian Krumpöck, den Sohn der Autorin, verfasst, der nun in Kopenhagen und Liechtenstein am Dirigentenpult steht und die Intendanz des „Kultur.Sommer.Semmering“ innehat. Diesmal sind es keine Vogelgedichte, sondern Reime, die sich mit skurrilen Tieren, Fabelwesen und vermenschlichten Kreaturen beschäftigen, wie etwa dem Tausendfüßler im Schuhgeschäft, dem selbstverliebten Regenwurm, der großen Koalition zwischen Wildsau und Trüffelschwein oder dem Trampeltier im Tanzkurs. Dazu passend schufen wiederum Julius Lagler und sein Team – die mittlerweile 8jährige Eloise und der 10jährige Marius – farbintensive Illustrationen in Mischtechnik. Der Waldviertler Künstler setzt es sich ja seit vielen Jahren zum Ziel, den Nachwuchs in der bildenden Kunst zu fördern. Der Erlös der Bilder kommt daher erneut der ARGE KUNSTACHTUNG zugute.

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Julius Lagler,
„Die afrikanischen Verwandten….,

 

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….auf Urlaub im Waldviertel“,
Mischtechnik auf Papier, 2014

Der Gedichtband wird dankenswerterweise mit Mitteln des Landes Niederösterreich publiziert werden.

Werwölfe im Waldviertel? Das Jahr 1945 im Granithochland

Am 19. Mai 2015 erscheint zum 70 Jahr-Jubiläum des Kriegsendes:
Werwölfe im Waldviertel? Das Jahr 1945 im Granithochland,
Sachbuch, Verlag edition innsalz,

 

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„Es ist aus!“
Marktplatz von Arbesbach vor dem Gasthaus Leopold Eichinger
nach der Kapitulation am 8. Mai 1945, Foto aus der Pfarrchronik von Arbesbach,
Franz Wiesinger nach © Unbekannt

Samstag, 19. Mai 1945. Zwei entlassene KZ-Häftlinge aus Mauthausen treiben gegen Abend mit vorgehaltenen Pistolen in Arbesbach im Waldviertler Hochland acht blutjunge Hitlerjungen aus dem „Altreich“ vor sich her. Diese hatten sich die Nacht zuvor auf dem Heuboden des Gasthauses Graf versteckt, ehe sie hinter der Orgel des Gotteshauses Zuflucht gesucht haben. Dort wurden sie soeben aufgestöbert. Zwei einheimische Denunzianten haben sie verraten. Gnadenlos werden sie nun den Hügel zum Gemeindewäldchen hinunter gehetzt. Auf dem Scheibner Kirchensteig bleibt das Erschießungskommando mit den Todgeweihten stehen. Es fallen acht Schüsse. Die Eltern von Walter, Helmut, Ernst und Heinz in Essen, die von Karl-Heinz in Bochum und jene von Klaus in München warten vergeblich auf ihre Söhne. Auch die Angehörigen zweier Unbekannter hoffen vermutlich umsonst auf die Rückkehr ihrer Kinder. Es könnte jedoch sein, dass die vermeintlichen „Werwölfe“ ganz andere Namen trugen, denn mindestens einer von ihnen führte falsche Papiere mit sich. Der, dem sie gehörten, lebt noch und erfreut sich bester Gesundheit.

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1938 wurden im Waldviertel 42 Dörfer geräumt und 7000 Menschen vertrieben, um Hitlers Truppenübungsplatz Allentsteig (damals noch „Truppenübungsplatz Döllersheim“) Platz zu machen. Auch dessen Großmutter Anna Maria Schickelgruber und sein Vater Alois stammen von hier.

Bis heute wird Allentsteig nicht nur vom österr. Bundesheer, sondern auch von anderen Heeren der EU genutzt, die auf dem überdimensionierten Gelände von Hitlers Gnaden Krieg spielen – ohne an Restitution zu denken. Vom NS-Regime hatten die Zwangsausgesiedelten damals nur eine äußerst knapp bemessene Entschädigung erhalten.

1957 stellte eine Historikerkommission im Auftrag der Österreichischen Bundesregierung fest, dass „Enteignungen zu militärischen Zwecken keine typisch nationalsozialistische Erwerbsart darstellen und daher auch nicht als Entziehung gewertet werden“. Alle 650 privaten Rückstellungsanträge wurden negativ beantwortet, nur der Stipendienstiftung Windhag und dem Stift Zwettl wurden Ablösen bezahlt und Gebiete restituiert.

„Diese Ungleichbehandlung ist völkerrechtswidrig. Ich möchte mit meinem Buch dazu beitragen, dass die Republik dieses schreiende Unrecht an den Nachfahren wieder gutmacht“ sagt Ilse Krumpöck.

Sehen Sie die Protagonistin des Buches „Das Nordlicht von Döllersheim“ Maria Geisberger und die Autorin Ilse Krumpöck auf YOUTUBE in einem Video von edition innsalz.

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